Montag, 31. Januar 2011

Ein Besuch beim schweizer Friseur

Letzte Woche war ich mal wieder beim Friseur. Aber nicht bei irgendeinem Friseur. Es war ein schweizer Friseur der vor 39 Jahren aus nach Kapstadt ausgewandert war.
Seine Lehre hat er noch in der Schweiz abgeschlossen und ist dann nach Afrika weil es ihm in der alten Heimat zu klein wurde.
Anfangs arbeitete er als Angestellter bei einem Schwarzen, bevor er die Gelegenheit bekam sich in einem Neubau selbst ständig zu machen. Doch bevor er einzog ging das Einkaufszentrum in dem Neubau Pleite und ein Friseur wurde nicht mehr gebraucht. Der Besitzer des Ladens, wollte die Einrichtung jedoch verkaufen und so erstand der Schweizer drei Waschbecken, einen Warmwasserboiler und diverse Kupferleitungen im Wert R5.000 oder heute 500€. Mit dieser Einrichtung zog er in seinen heutigen Laden in die bekannteste und bestbesuchteste Straße Kapstadts - Long Street - ein. Ein Besuch lohnt sich; nicht nur wenn man Sehnsucht nach der Heimat hat und einem schweizer Dialekt lauschen will.

"Studio One" - schwer zu finden in dem Getümmel der Long Street

Freitag, 28. Januar 2011

Ausflug ins Bo-kaap

Am Dienstag in der Mittagspause war ich im bunten Straßenviertel des Bo-kaaps. Die Häuser wurden im 17. bis 19. Jahrhundert nach dem gleichen Stil gebaut. Heute wohnen dort immer noch vorwiegend Muslime.
Wer sich näher über die Geschichte und die Bauweise interessiert, kann sich auf der englisch sprachigen Seite des Bo-kaaps informieren.


Blick in Richtung Signal Hill

Das Tafelbergmassiv

Blick Richtung Innenstadt und Hafen

Vor ein paar Wochen wütete hier ein Brand der die gesamte Vegetation des Hügels zerstörte. Doch schon spriesen neue Sprossen aus dem verbrannten Boden.




Am Montag werde ich euch eine Story von einem gestrandeten Schweizer erzählen und wie ich ihn kennen lernte.

Bis dorthin wünsche ich euch allen ein entspanntes Wochenende.

Schöne Grüße
Julian

Donnerstag, 27. Januar 2011

Die tägliche Fahrt mit dem Minitaxi

Guten Morgen,

heute werde ich etwas über die tägliche Fahrt ins Geschäft berichten. Diese wird mit einem sogenannten Mini-Taxi bewältigt. Das Mini-Taxis sind private Kleinbusse die bestimmte Strecken abfahren und auf Handzeichen anhalten. Mit ihnen wird der Großteil des Nahverkehrs in Südafrika bewältigt. Wie auch die Busse werden die öffentlichen Verkehrsmittel fast ausschließlich von der armen Bevölkerung genutzt.




Ein Mini-Taxi bietet Platz für 16 Personen, wird aber nicht selten auch für die Beförderung von bis zu 19 oder sogar 20 Personen genutzt.
Seinen Zielort kann man entweder ein paar hundert Meter vor Erreichen dem Fahrer mitteilen ("Station, please") oder kurz vorher durch ein "Thank you driver" mitteilen. Dieser fährt dann sofort links ran, wenn es die Verkehrsituation zu lässt. Dabei ist es besser markante Punkte auf der Strecke zu nennen wie Einkaufsmärkte, Tankstellen, Kreisverkehre oder ähnliches, als Straßennämen. Denn die Ortskenntnisse der Fahrer mag noch so gut sein, sie kennen nicht alle Straßennamen die auf ihrer momentanen Strecke liegen.




Der Fahrpreis für eine Fahrt beträgt 5 Rand (ca. 50 Cent). Dabei ist es egal ob man die komplette Strecke des Minitaxis fährt oder nur ein paar Meter.




Gezahlt wird, in dem man sein Fahrgeld den anderen Fahrgästen durch reicht, bis es bei der Person ankommt, die es kassiert. Diese Person sammelt nicht nur das Geld der Fahrgäste ein, sondern ist auch das Füllen des Innenraums zuständig. Durch ein kleines Fenster gibt er das Fahrziel des Mini-Taxis nach außen weiter und schaut auf jede kleinste Handbewegung von potenziellen Fahrgästen am Straßenrand.



Bei vielen Touristen hat dieses Beförderungsmittel einen schlechten Ruf. In vielen Reiseführern ist von "halsbrecherischen Fahrstilen" die Rede. Auch haben viele Urlauber die Angst in einem Minitaxi ausgeraubt oder überfallen zu werden. Doch das halte ich persönlich für sehr übertrieben. Der Fahrstil der Mini-Taxi fahrer ist zugegebener Maßen gewöhnungsbedürftig, aber ich erlebte noch keine Situation in der ich dachte, dass der Fahrer sein Auto und den Verkehr nicht im Griff hätte. Auch die Angst vieler sie könnten überfallen werden halte ich für nicht begründet. Die Mini-Taxis sind fast immer voll und auch das Personal ist immer sehr freundlich.

Morgen werde ich etwas über meinen Besuch im Bo-Kaap erzählen. Was das ist erfahrt ihr morgen.

Schöne Grüße aus Cape Town
Julian

Montag, 24. Januar 2011

Kirstenbosch Summer Concert

Gestern Abend war ich erneut im Botanischen Garten von Kirstenbosch. Diesesmal wegen eines Konzerts. In Zusammenarbeit mit Old Mutual bietet der Garten jeden Sonntag (November 2010 bis Mai 2011) abends ein Konzert unter freiem Himmel an.
Gestern traten zwei Künstler und eine Künstlerin auf, vor ein paar Wochen sogar Freshleyground. Die kennt man von dem Song "Waka waka" den sie zusammen mit Shakira aufgenommen haben und der zum offiziellen WM-Song 2010 wurde.
Gestern war ein wunderschöner lauer Abend, viele hatten etwas zum picknicken dabei.
Die Musik war auch toll, insgesamt eine tolle Stimmung.



Ein Blick über das Konzertgelände

Farryl Purkiss einer der Artisten



It´s cool man! Auf dem Konzert war jung und alt vertreten.


@ Marco: Ja, Kapstadt bei Nacht ist schon herrlich. Ich habe noch vor Abends vor der Dämmerung auf den Lion´s Head zu gehen um mir dort den Sonnenuntergang anzuschauen. Ich werd die Bilder wieder online stellen. Aber Ravensburg kann da abends doch auch gut mithalten. ;)

Ich werde mich Mitte der Woche wieder mit dem versprochenen Minitaxi-Beitrag melden.
Bis dorthin wünsche ich euch alles Gute und eine entspannte und ruhige Woche.

Sonnige Grüße aus Kapstade
Julian

Samstag, 22. Januar 2011

Abschied

Heute habe ich meinen Vater und Anikó an den Flughafen gebracht. Um 18:10 ging ihr Flieger nach Dubai, von dort aus geht es mit einer Wartezeit von vier Stunden weiter nach München.
Insgesamt waren die beiden zwei Wochen in Südafrika. Gestern Abend sind sie nach einer Rundreise (Mossel Bay, Schotia Safari und Botlierskop) wieder nach Kapstadt zurück gekehrt. Wir aßen zusammen im Mama Afrika, einem muss wenn man in Kapstadt ist. Ich hatte eine Wildplatte mit Khudu (eine Art Reh), Strauß und Krokodil. Sehr lecker! Das Krokodil hat nach Hähnchen geschmeckt und war etwas zäh. Ich habe mir sagen lassen, dass Krokodilfleisch keinen Eigengeschmack hat. Es nimmt den Geschmack seiner Nahrung auf. Indem fall war es ein Zuchtkrokodil das mit Hähnchen gefüttert wurde. Krokodile aus der freien Wildbahn schmecken sehr häufig nach Fisch.
Danach wollten wir noch mit der Seilbahn auf den Tafelberg um die Stadt im Dunkeln zu sehen. Doch schon vor dem Abendessen im Mama Afrika hatten wir bedenken, da es sehr gewindet hatte. Da Kapstadt am Meer liegt und den Berg im Rücken hat gibt es dort sehr oft heftige Winde. Das Ende des Liedes war, dass wir zwar zur Talstation gefahren sind, jedoch nicht mehr hoch gefahren sind; es fuhr auch keine Seilbahn mehr. Wir stiegen kurz aus, wurden fast weg geblasen (solch ein starker Wind hab ich noch nie erlebt) machten Fotos und sind dann zu mir in die Wohnung gefahren. Nach einem Gläschen südafrikanschen Shiraz´s sind wir dann ins Bett.
Heute morgen um neun waren wir den Mietwagen der beiden abgeben. Danach ging es weiter in die Old Biscuit Mill. Wie ich schon einmal berichtet hatte ist das ein altes Fabrikgelände. Dort wurde früher Biskuit hergestellt. Jeden Samstag von 9:00 - 14:00 Uhr hat diese alte Fabrik ihre Tore geöffnet. Dort findet man viele tolle alternative Läden, Essenstände, ein Restaurant, ein Café und eine Bar. Wir verbrachten den ganzen Vormittag und einen Teil des Nachmittags dort und fuhren mit dem Minitaxi zurück in die Stadt.
Von dort aus ging es mit meinem Mietwagen gemütlich zum Flughafen.

Hier nochmals die Internetseite der Old Biscuit Mill, sehr lohnenswert!

Die kommende Woche werde ich noch etwas über die Minitaxis, das Hauptverkehrsmittel in Südafrika, posten. Ihr dürft gespannt sein. :)

Hier noch ein paar Eindrücke von Kapstadt bei Nacht:

Panoramabild mit Lionshead (links) und Kapstadt


Ich wünsch euch allen ein tolles Wochenende!

Freitag, 14. Januar 2011

Township - Imizamo Yethu

Gestern waren wir in einem der Townships Kapstadts, Imizamo Yethu. Imizamo Yethu ist Xhosa (die dritt häuftigst gesprochenste Sprache Südafrika) und bedeutet "Unser Kampf".
Wir machten eine einstündige Führung mit einem Bewohner des Townships in einer 10-köpfigen Gruppe.
Imizamo Yethu erstreckt sich auf 16 Hektar großen Fläche, hat eine eigentständige Wasserversorgung aber kein Abwassersystem. Außerdem wurde in dem Wasser des Disa Flusses, welcher durch das Township fließt, die höchste Konzentration an E-Koli Bakterien in ganz Südafrika gemessen. Mit rund 34.000 Einwohnern stellt es fast eine eigentständige Stadt dar.
Es war sehr erschreckend und lehrreich zu gleich, die Behausungen und Lebensverhältnisse der Einwohner zu sehen. Mir wurde dort wieder einmal klar wieviel Glück wir hatten in einer hochentwickelten Welt mit viel Wohlstand geboren und aufgewachsen zu sein.
Trotz den miserablen Lebensverhältnissen waren die Bewohner trotzdem sehr freundlich und fröhlich, sehr bewunderswert! Man durfte während der geführten Tour Fotos machen und filmen, obwohl ich mich zuerst dagegen gesträubt hatte. Doch letztendlich provitieren die Einwohner der Townships aus dem Tourismus und viele kommen wieder um Hilfsprojekte zu unterstützen.
Ein Hilfsprojekt zum Beispiel wird von einem irländischen Unternehmen betrieben, der in den verschiedenen Townships Südafrikas Häuser bauen lässt. Imizamo Yethu durfte als erstes Township davon profitieren. Hierzu reisen Freiwillige nach Südafrika und bauen mit den Einwohnern kleine Häuser aus Ziegeln die neben den Wellblechhütten wie Luxusbehausungen hervorstechen.
Die Regierung hat ebenfalls die Not erkannt und ist schon seit längerem aktiv. Sie bietet ebenfalls Häuser an, welche von den Bewohnern selber gebaut werden können und die Hälfte der Kosten mit sehr langer Laufzeit zurück gezahlt werden können.
Außerdem sind verschiedene Programme aktiv um die Kinder möglichst früh von der Straße zu holen und ihnen eine Lebensperspektive zu geben. Dank der Regierung Südafrikas gehen heute rund 90 % der Kinder in dem Townships zur Schule.




In pink und grün die Häuser die mit Hilfe der irländischen Organisation gebaut wurden.





Braai im Township. Das gegrillte Fleisch wird später verkauft.




Der Kindergarten des Townships.


Dienstag, 11. Januar 2011

Erneute Weinfahrt und südafrikanischer Abend

Seit 06.01. ist mein Vater Werner mit seiner Frau Anikó in Kapstadt um mich zu besuchen.
Neben anderen Aktionen haben wir vorgestern eine Weinfahrt gemacht. Für mich war es die dritte, dieses Mal in der Rolle des Fahrers. Wir hatten Glück mit dem Wetter da es bewölkt und nicht zu heiß war. Neben drei Weingütern, auf denen ich bei einem noch nicht war, schauten wir uns auch die Stadt Stellenbosch an. Ein kleines schönes Städtchen mit kapholländischer Architektur.
Abends suchten wir erneut das Weingut "Spier" auf um dort zu speisen. Das Weingut Spier hat auf der Welt einen sehr guten Ruf, vorallem in Europa. Von der Jahresproduktion an Wein gehen rund 90% in die ganze Welt, lediglich rund 10% werden in Südafrika verkauft.
Das Abendessen nahmen wir im "Moyo", einem Restaurant mit tollem Flair unter freiem Himmel, zu uns. Es gab ein Buffet an dem man sich nach Lust und Laune bedienen konnte. Neben Hähnchen, Steak, Fisch und Beilagen gab es auch Salat, Kudu (ähnlich dem Reh) Fleisch und Lamm. Zur Abrundung gab es noch Käseplatten und Nachtisch. Alles in allem ein sehr leckerer und schöner Abend.

Einer der bekanntesten Weingüter Südafrikas: Spier


Moyo


Eine Bemahlung ohne kulturelle Bedeutung

Für die musikalische Unterhaltung sorgten Djembe Trommler

Sonnuntergang im Spiers




Morgen früh brechen wir auf in Richtung Kap der Guten Hoffnung und anschließendem Chap Man´s Peak Drive, bevor Papa und Anikó am Freitag nach Mossel Bay aufbrechen.

Sonnige Grüße aus dem windigen Südafrika
Julian

Samstag, 1. Januar 2011

Prost Neujahr

Leider haben wir, nicht wie erwartet, gestern an der Waterfront gefeiert, sondern sind nur an den Strand gelaufen. Von dort aus hatte ich aber eine tolle Sicht auf ein Feuerwerk in Greenpoint (dort steht das WM-Stadion).
Natürlich hab ich es nicht verpasst Bilder zu machen...

Sea Point bei Nacht








Allen Lesern ein frohes Neues Jahr!
Euer Julian